Montag, 13 Januar 2014 00:00

Der Verein

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Ranghöchste Kölner Mannschaft aller Zeiten

Beim Versuch, den eigenen Verein vorzustellen, sucht man automatisch nach Alleinstellungsmerkmalen. Nun ist der 1. TTC Köln nicht der älteste Kölner Club, er hat auch nicht die meisten Mitglieder, die größte Trophäensammlung, das traditionsreichste Pfingstturnier oder den schwersten Noppen außen blockenden Linkshänder.

Also bleibt als objektives Alleinstellungsmerkmal nur dies hier: Unter dem Namen Fahr Mit Jugendreisen Köln hat der 1. TTC Köln in der Saison 80/81 die beste Platzierung zu verzeichnen, die eine Kölner Tischtennismannschaft jemals zustande brachte. In der Aufstellung Jimmy Walker, Hans-Josef Peters, Jürgen Hecht, Karl-Heinz Scholl, Wolfgang Witt, Werner Siebe wurde das Team Meister der 2. Bundesliga und scheiterte nur aus finanziellen Gründen am Aufstieg in die erste Bundesliga (Sorry, FC: Über einen guten Mittelfeldplatz bist du in der 2. Liga bisher nicht hinausgekommen).

Dass „Fahr Mit“ vorher nur aus finanziellen Gründen überhaupt so weit gekommen war, ist eine andere Geschichte. Der naturgemäß und unweigerlich aufkommende Argwohn gegenüber dem „schnöden Mammon“ ist indes vielleicht mit ausschlaggebend dafür, dass dem Verein innerhalb des Bezirks lange Zeit ein gewisses Neidgefühl entgegenschlug.

 

(K)ein Braunsfelder Pingpong-Gen?

Suchen wir also nach weiteren Alleinstellungsmerkmalen. Der 1. TTC Köln hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder und in einer Anzahl wie kein anderer Verein ausgezeichnet ausgebildete Jugendspieler hervorgebracht. Würde man aus den im Bezirk Köln insgesamt gemeldeten Mannschaften diejenigen Spieler herausziehen, die ihr Handwerk beim TTC erlernt haben und ohne Rücksicht auf die Spielstärke in Sechserteams einteilen, man würde in etwa so viele Mannschaften zusammen bekommen wie die sechs, die heute für den TTC aktiv sind.

Nun ist keinesfalls ein bisher unentdecktes Braunsfelder Pingpong-Gen dafür verantwortlich, dass die Spitzenspieler nur so herausquollen aus der Halle am Maarweg. Vielmehr trägt der Erfolg die Handschrift und den Namen eines Mannes, der nun leider schon seit einigen Jahren nur noch den Engelchen den Vorhand-Topspin beibringt. Danke, Hans Brüheim, wir bemühen uns, Dein Werk adäquat fortzusetzen. Und wir wandeln durchaus auf deinen Spuren, denn es sind mittlerweile schon wieder mehrere Dutzend Schüler und Jugendliche, die Spaß am Tischtennis beim TTC haben.

 

Muss ein Tischtennisball titschen?

Ohne Zweifel subjektiv ist die Aussage, dass der TTC über, na sagen wir mal suboptimale Spielbedingungen verfügt. Den vielen Sportkameraden, die sich schon darüber beschwert haben, dass ein Tischtennisball in der Halle des TTC seine originärste Eigenschaft, nämlich die des Titschens, nicht zeigt, sei gesagt: Man gewöhnt sich an alles. Aber ein Vorteil ist das nicht! Zumal der mega-elastische Boden die Bückvorgänge nach dem Spielobjekt um den gefühlten Faktor 10 steigert. Das heißt: Spieler des 1. TTC Köln bücken sich an Trainings- oder Wettspieltagen rund zehnmal mehr als ihre Konkurrenten, die auf ordentlichen Böden, etwa Parkett, titschen, ääh spielen. Einer Krankenkasse oder orthopädischen Klinik, die dieses Phänomen zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung machen möchte (Häufigkeit von Gelenkschäden, Kniebeschwerden o.ä.), stellen wir uns gerne als Probanden zur Verfügung.

Ein anderes charakteristisches Merkmal des TTC-Spiellokals gehört der Vergangenheit an: Die Rede ist von der kuschelig-schummrigen Engtanzbeleuchtung im niedrigen zweistelligen Luxbereich. Aus, vorbei, Geschichte, auch bei uns schlägt das Luxometer jetzt aus, dass es nur so eine Freude ist. Und die Schweißperlen auf Jürgens Pläät „funkele wie nur Jold et däht“.

 

Tchip di rip di – oft kopiert, nie erreicht

Zugegeben: Wenn des Sonntagmorgens um 10:03 Uhr ein martialisch intoniertes „Schmetter… Ball“ aus angenommen sechs restalkoholisierten Landkölner Kehlen dröhnt, dann hat das durchaus etwas furchteinflößendes, manchmal vielleicht sogar spielentscheidendes. Eher demotivierend dagegen das im Bergischen gern gehauchte „Gu’nabend“ – da denkt man als Gegner eher an die guten alten Mainzelmännchen.

Von Fall zu Fall durchaus originell, wenn Mannschaften versuchen, einen Sponsor in die Begrüßung zu integrieren – das bezeugt wenigstens ein professionelles Verständnis von Geben und Nehmen. Was aber gar nicht geht, liebe Sportkameraden aus dem Groß-Pulheimer Raum, ist ein banales Plagiat des in jeder Hinsicht einzigartigen, ja alleinstellungsmerkmaligen, sogar objektiv alleinstellungsmerkmaligen „Tchip di rip di ralla pip di ping – pong“!

Woher diese Begrüßung letztlich tatsächlich stammt, will von den im Verein verbliebenen Zeitzeugen keiner mehr wissen (hoffentlich nicht von einem Verein im Groß-Pulheimer Raum, haha). Fest steht nur, dass die Begrüßung auch innerhalb der sechs Herrenmannschaften durchaus unterschiedlich vorgetragen wird (wer gedient hat, wird sich in der 3. Mannschaft akustisch am ehesten zu Hause fühlen).

 

Licht aus, Spot an

Womit wir endgültig in der Gegenwart angekommen wären. Mit Beginn der Spielzeit 2014/ 2015 zählt der 1. TTC Köln sieben Herrenmannschaften, die von der 3. Kreisklasse bis in die Verbandsliga Woche für Woche ihr „Tchip di rip di“ intonieren. Dazu gesellen sich eine binnen zwei Jahren prächtig gewachsene Hobbygruppe sowie die Jugendabteilung, die unter der Leitung von Ante Bevanda und Cheftrainer Sven Kraus an alte Erfolgszeiten anknüpft. Und nein: Eine Damenabteilung gibt es in unserem Verein leider noch nicht. So rasant, wie sich die markanten Kennziffern des Klubs in letzter Zeit entwickeln (Mitgliederzahl, Hallenbelegungszeiten, gemeldete Mannschaften), kann das allerdings nur eine Frage der Zeit sein.

So zeigt sich der 1. TTC Köln im 50sten Jahr seines Bestehens als ein feines, kleines, schmuckes „Vereinche“ (Danke, Jean Löring), das annähernd 100 Menschen den Rahmen zum Ausüben ihres Lieblingssports bietet.

 

In diesem Sinne: Licht aus, Spot an – Aufschlag 1. TTC Köln!

Gelesen 3334 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 05 April 2018 12:17